Wo sich auch 2023 sparen lässt

Sparen, früher ein trendiger Modebegriff wurde bekam in letzten Zeit eine ernsthafte Bedeutung und wird nun allgemein als Notwendigkeit anerkannt.

„Wir müssen Sparen“ - Bis vor gut einem Jahr klang das Wort eher altmodisch. Der Wirtschaft ging es gut und Konsum stand im Mittelpunkt. Doch nach 2022 wird sich auch in diesem Jahr zeigen, dass das Sparen teilweise vom Trendbegriff zu einer Notwendigkeit geworden ist. Etliche Haushalte stehen nun aber vor einem Problem: Sie haben schon an den Kostenschrauben gedreht, ihr Verhalten geändert und sparen dadurch. Was können sie – und andere – im Jahr 2023 noch versuchen? Sicherlich treffen die Tipps dieses Artikels nicht auf jeden zu, doch Möglichkeiten gibt es immer.

Energie: Sparpotenzial durch geringeren Verbrauch

Bislang hiess es, dass beim Energiesparen der Anbieterwechsel der beste Weg ist. Dieses Wissen hat sich binnen weniger Monate zerschlagen, zeitweise boten etliche Energieversorger ihre Tarife nicht einmal mehr auf den Vergleichsseiten an. Dieser Fakt sollte aber niemals dazu führen, gar keinen Strom- oder Gaspreisvergleich durchzuführen. Der Vergleich dient auch immer dem Überblick, und wenn dieser nur die Feststellung liefert, dass der jetzige Anbieter irgendwie doch die günstigste Alternative ist. Einen wirklichen Unterschied kann jedoch jeder über den Verbrauch erwirken:

  • Beleuchtung – nur wenige Menschen sind so diszipliniert, dass sie das Licht immer ausschalten, wenn sie einen Raum verlassen. Wenigstens sollte die Beleuchtung auf LED-Leuchten umgestellt werden. Sie benötigen nur einen Bruchteil des Stroms.
  • Kochen/Backen – auch hier kann gespart werden. Viele heizen beispielsweise den Backofen erst an, lassen ihn dann aber bis zur letzten Minuten eingeschaltet. Das verbraucht unnötige Energie. Sicherlich muss ein wenig gerechnet werden, wie sich die Garzeit verändert, doch eine Speise kann auch schon beim Aufheizen im Backofen stehen. Ähnliches gilt beim Kochen. Die Herdplatte muss nicht (Ausnahme Induktion) bis zum letzten Augenblick eingeschaltet sein.
  • Geräte – der Austausch alter Geräte ist sinnvoll, wenn diese ohnehin ausgetauscht werden müssen. Zwar sparen neue Geräte oft deutlich Energie, doch zeigt sich kein echter Spareffekt, wenn dafür ein funktionierender Kühlschrank vorzeitig entsorgt wird.

Auch das Ausschalten von Geräten ist sinnvoll, wenn es denn möglich ist. Der Ratschlag, den Router einfach nachts abzustellen, spart zwar auf das Jahr gesehen ein wenig Energie ein, doch ist der Tipp in vielen Haushalten mit smarten Systemen schlichtweg nicht durchführbar.

Ob sich bei einem Wechsel der Heizungsanlage Energie sparen lässt, muss jeder Hausbesitzer entscheiden und gegebenenfalls eine Beratung nutzen. Fakt ist, dass sich Einsparungen erst in etlichen Jahren amortisieren, wenngleich natürlich die Kosten für Gas oder Öl durch einen Wechsel direkt eingespart werden können. Wer nicht wechselt, sollte unbedingt die Anlage überprüfen und neu einstellen lassen. Was jeder machen kann, ist, sich einmal gezielt mit der Heizungsnutzung auseinanderzusetzen. Viele Haushalte sind weiterhin überrascht, wie warm es in ihren Räumen tatsächlich ist, sobald sie einmal ein Thermometer aufstellen. Wie man Energie sinnvoll spart zeigt die Grafik von Smava.de

Versicherungen

Während der Vergleich der Energieversorger nur noch ansatzweise Aufschluss bietet, lässt sich bei den Versicherungen tatsächlich Geld sparen:

  • Kfz-Versicherung – der jährliche Vergleich hilft beim Kostensparen und erlaubt es, sich mitunter besser zu versichern. Übrigens ist ein Wechsel vielfach auch vor dem Jahreswechsel möglich: Der Stichtag zur Kündigung orientiert sich heute meist nach dem Abschlussdatum.
  • Notwendig oder nicht? – ein guter Prozentsatz der Haushalte ist überversichert. Es lohnt sich, die eigenen Versicherungen einmal genau unter die Lupe zu nehmen und sie inhaltlich miteinander zu vergleichen. Nicht selten sind in den privaten Haftpflichtversicherungen schon Punkte enthalten, die zusätzlich über eine andere Versicherung mitversichert sind. Manchmal lohnt auch die Anpassung des Versicherungsvertrags. War bislang eventuell eine teure Sammlung oder ein grosses Meerwasseraquarium mitversichert, doch weder Sammlung noch Aquarium bestehen noch? Eine Anpassung kann die Kosten senken.
  • Ältere Bürger – manche Versicherungen lohnen sich in einem Alter nur noch bedingt. Ein gutes Beispiel sind Senioren, die bereits in Rente sind, aber weiterhin den Arbeitsrechtsschutz mit versichert haben. Oder auch Menschen, die einst den Mieterrechtsschutz abgeschlossen haben, nun aber in ihrem eigenen Heim leben.

Über Anbietervergleiche lassen sich Versicherungen sehr gut und einfach vergleichen und wechseln. Mittlerweile gibt es sogar Dienstleister, die gegen eine jährliche Gebühr die Versicherungsverträge ihrer Kunden verwalten und stets nach günstigeren und besseren Möglichkeiten suchen.

Preisvergleiche nutzen

Ein Preisvergleich hilft durchaus, Kosten zu senken. Allerdings kommt es durchaus darauf an, um welche Produkte es sich handelt, zugleich müssen Tücken beachtet werden:

  • Lebensmittel – ja, es ist sinnvoll, wenigstens die Werbeblätter der Supermärkte und Discounter zu überprüfen und zu schauen, wo was im Angebot ist (Achtung: Nicht jedes Angebot ist ein Schnäppchen). Weniger sinnvoll ist es, den Wocheneinkauf auf zig Geschäfte aufzuteilen, wenn das nicht unbedingt nötig ist. Nur, weil die Nudeln im Geschäft B 20 Cent günstiger sind, spart niemand, wenn zu diesem Geschäft eigens zwanzig Kilometer gefahren werden muss.
  • Grossprodukte – bei ihnen lässt sich tatsächlich über Preisvergleiche Geld sparen, wenn alle Facetten betrachtet werden. Dazu zählen insbesondere die Lieferbedingungen und die Lieferkosten. Ist beispielsweise ein TV-Gerät im Shop oder Laden A etwas teurer, dafür sind die Lieferkosten niedrig, wird mitunter mehr gespart, als wenn das günstigere Gerät woanders gekauft wird, dafür aber die Speditionskosten voll getragen werden müssen.
  • Achtung! – gerade rund um die bekannten Schnäppchenzeiten des Jahres winken zwar optisch viele Rabatte, doch sind es keine. Etliche Händler geben fiktive Rabattschilder heraus, die zwar suggerieren, wie viel günstiger ein Produkt nun ist, doch wird dafür ein falscher Altpreis angegeben (oder er wurde kurz vorher entsprechend angehoben). Der Kunde meint zwar, er hätte ein Schnäppchen gekauft, doch eigentlich kauft er das Produkt zum typischen Preis. Auch rund um Verpackungsneugestaltungen ist immer Vorsicht geboten. Nicht selten »fehlen« im neuen Design etliche Gramm.

Um einen Preisvergleich im Produktbereich sinnvoll zu nutzen, sollte sich stets auch die Preisentwicklung des Produkts angeschaut werden. Das ist über die Suchmaschinen sehr einfach. Viele Rabatte, die den Preis schlichtweg nahe dem Normalpreis nach einer grösseren Erhöhung ansiedeln, sind keine Rabatte.

Weitere Sparmöglichkeiten

Letztendlich ist das Sparen relativ leicht: Es muss einfach weniger eingekauft werden. Nachdem die Deutschen gemeinhin zu viele Lebensmittel wegwerfen, ist ein Umdenken auf diesem Gebiet durchaus angebracht. Aber was heisst das?

  • Vorplanen – vor dem Einkauf sollte die Woche vorgeplant werden. Was wird wann gegessen? Es ist im Regelfall günstiger, grössere Mengen zu kochen und schliesslich einzufrieren, als ständig neue Gerichte zu zaubern. Zudem bieten die eingefrorenen Speisen an stressigen Tagen oder in der Mittagspause eine günstige Alternative zu Lieferdiensten oder Imbissbuden.
  • Teilen und tauschen – das setzt natürlich einen wahlweise guten Freundeskreis oder eine gute Nachbarschaft voraus, doch Tauschbörsen helfen tatsächlich beim Sparen und sorgen dafür, dass weniger fortgeschmissen wird. Gerade grössere Mengen an Gemüse oder Obst lassen sich so günstig gemeinsam anschaffen und nutzen.
  • App-Unterstützung – zumindest in den Städten gibt es längst Angebote, über die jeder bald verderbende Lebensmittel an andere Menschen abgegeben kann oder sich selbst holen kann. Die Tauschbörsen sind kostenlos, dienen der Lebensmittelrettung und können, mit ein wenig Aufwand, beim Sparen helfen.
  • Kurz vor Schluss – viele Supermärkte, Discounter, aber auch Bäckereien und Restaurants geben in der Stunde vor Ladenschluss Speisen günstiger heraus. Tatsächlich haben sich Restaurants und Imbissbuden teilweise zusammengeschlossen und geben gemeinsam noch nicht verkaufte Speisen dreissig Minuten vor Ladenschluss zu einem vergünstigten Preis heraus. Natürlich kann niemand erwarten, das Wunschgericht zu erhalten oder alle Speisen der Karte zu finden. Die Mahlzeiten werden schlichtweg aus den Resten des Tages zusammengestellt.

Die Sparmöglichkeiten beziehen sich aber nicht nur auf die Lebensmittel und Nahrung. Auch rund um die Bekleidung gibt es viel Potenzial, zumindest für diejenigen, die nicht unbedingt nur Neuware tragen:

  • Second Hand – die Geschäfte erleben seit einigen Jahren einen wahren Boom. Das Schöne ist, dass viele von ihnen auch einen Tauschhandel bieten: Bringt ein Kunde taugliche Ware mit, so wird der Ankaufspreis auf die nun neu ausgesuchte Ware angerechnet.
  • Tauschbörsen – online ist die Zweitnutzung von Kleidung, aber auch von Möbeln und anderen Gütern weit verbreitet.

Eine andere Option, um Geld zu sparen, ist, schlichtweg viele Dinge des Lebens wiederzuverwenden. Das Upcycling mag zwar wie ein Trend erscheinen, doch ist es einfach nur nützlich. Vernünftig dekorierte Konservendosen ergeben wunderbare Blumentöpfe, die sicherlich auch dann nicht zerbrechen, wenn die Katze die Schwerkraft überprüft. Mit ein wenig Geschick ist noch mehr möglich, denn gerade Möbel werden oft ausgetauscht, obwohl sie weiterhin nutzbar sind. Bezüge oder Überwürfe lassen sich mit ein wenig Handarbeit sogar selbst herstellen. Schon ist aus dem alten Sofa etwas Neues geworden.

Fazit – sparen ist mehr, als nur auf den Cent zu achten

Sparen wird häufig mit Einschränkungen in Verbindung gebracht. Dabei können Verbraucher gerade im Bereich von Versicherungen und Einkäufen sparen und sich zugleich verbessern. Wichtig ist, gezielt und geplant vorzugehen, sich die Zeit für Preisvergleiche zu nehmen und sich nicht drängen zu lassen, voll funktionstüchtige ältere Geräte auszutauschen, nur weil ein paar Kilowattstunden Energie gespart werden könnten. Das Sparpotenzial ist in diesem Fall gar nicht messbar, denn mit 12 Euro Einsparungen im Jahr wird ein Kühlschrank für 500 Euro nicht zeitig abbezahlt.


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